Wie alles begann
2019 besuchte ich Bobovac, die mittelalterliche Festung der bosnischen Könige. Ich verbrachte Stunden in den Ruinen. Dann bekam ich Hunger. Ein Schild wies zu einem Bauernhof im Dorf, und ich folgte ihm. Unterwegs sah ich ein anderes: Zvjezdane staze, ein Weg Richtung Perun. Ich war nie zuvor hier, doch als ich auf die Berge blickte, hatte ich das seltsame Gefühl, hierher zu gehören.
An diesem Tag kaufte ich ein Haus.
Ich komme aus Bosnien, aus Tuzla. Als der Krieg begann, war ich Teenager. Es folgten Jahre des Beschusses, der Vertreibung, des langsamen Zerfalls von allem, was ich für unverrückbar gehalten hatte. Das Land, in dem ich geboren wurde, gibt es nicht mehr.
Seit über zwanzig Jahren lebe ich in Wien. Aber etwas blieb offen. Eine Frage, die sich aus der Ferne nicht beantworten ließ. Vielleicht ist dieses Haus, dieses Dorf, dieser Berg meine Art, sie anders zu stellen.
Ein Dorf, in dem man sich beim Namen kennt, die Ruinen eines Königreichs nur einen Spaziergang entfernt. Wenige Gäste gleichzeitig, genug, um einen Tisch zu teilen, einen Spaziergang, eine Idee. Ich bin oft hier, offen für Gespräche, für Zusammenarbeit.
Was mich interessiert, ist Verbindung. Zwischen Künstler:innen, Disziplinen, Perspektiven. Etwas, das langsam wächst, wie Sporen durch die Erde.
Was Zvjezdane Staze werden wird, kann ich nicht sagen. Nur, was es versucht zu sein: ein Ort in Verbindung mit dem Land und den Menschen hier. Eine kleine Welt, offen für jene, die sie erkennen.
Ovo je to što jeste. Mi smo to što jesmo.